
Die Stiftung Deutsche Bildung (SDB) hat die Zielsetzung, Bildung in deutscher Sprache zu fördern. Eines der Hauptprojekte ist ein Schüleraustausch mit Deutschland.
Seit etwa 17 Jahren fördert die SDB einen Schüleraustausch mit dem Rupert-Neß-Gymnasium in Wangen im Allgäu. Seit 2024 unterstützt die SDB einen zweiten Schüleraustausch mit der Kooperativen Gesamtschule Moringen in Niedersachsen. Die SDB übernimmt für etwa zehn erfolgreiche Bewerber aus den Klassen 8a,b,c und der Klasse 9d des Vorjahres den Großteil der Reisekosten. Die Schüler mit dem größten Potential, an der DSJ das Abitur abzulegen bzw. DSDII zu bestehen, sind die Zielgruppe der zu unterstützenden Schüler. Das bedeutet, dass akademisch starke Schüler, vor allem im Fach Deutsch, weiter motiviert werden sollten, die schulische Bildung in der deutschen Sprache fortzuführen, um dann möglicherweise nach dem Schulabschluss ein Studium in Deutschland zu beginnen.
Die zweite Möglichkeit zur Teilnahme am Austausch ist die vollständig selbstfinanzierte Option für alle weiteren Bewerber. Beide Gruppen (Wangen und Moringen) besuchen Deutschland zeitgleich, mit einem Gegenbesuch der Schüler aus Wangen bzw. Moringen in Südafrika. Die Erfahrung der vergangenen 17 Jahre hat gezeigt, dass ein Schüleraustausch eine große Motivation für das Deutschlernen darstellt und manchmal langjährige und intensive Kontakte und Brücken zwischen Deutschland und Südafrika gebaut werden.
Es ist das Bestreben der SDB, möglichst vielen Schülern die Erfahrung eines Schüleraustauschs in Deutschland zu ermöglichen.
Erfahrungen einer DSJ Schülerin
Dieses Jahr hatte ich die großartige Gelegenheit, zwei Wochen lang am Austauschprogramm mit Deutschland teilzunehmen. Das Programm ermöglichte es uns, den Alltag einer ganz normalen Familie in Wangen mitzuerleben. Ich lernte eine andere Kultur kennen, verbrachte Zeit mit einer deutschen Familie und ging mit meinem Austauaschpartner zur Schule.
Schon in der Sekunde meiner Ankunft in Deutschland war alles ganz anders als in Südafrika. Ich war noch nie zuvor in Europa gewesen, und zu sehen, wie alle mit dem Zug reisen, dass das Lenkrad links ist und dass auf der anderen Straßenseite gefahren wird, war völlig neu für mich. Deutschland war im Vergleich zu Südafrika sehr sicher, und ich bin jeden Tag zu Fuß zur Schule gegangen. Ich besuchte die Großmutter meines Partners und probierte einige traditionelle deutsche Gerichte, die sehr lecker waren. Ich durfte sogar einen Döner kosten, den es in Südafrika nicht gibt und er gehörte zu meinen Lieblingsgerichten für Mittagessen.
Während meiner Schulzeit war vieles anders als hier. Der Unterricht endete je nach Wochentag zu unterschiedlichen Zeiten, die Cafeteria war kleiner als unsere und bot nicht so viel Auswahl an Speisen. Im Unterricht redeten die Lehrer viel mehr, und es gab lange Präsentationen mit anschließenden Schülerfragen, das wir in Südafrika nicht kennen.

Die Wochenenden mit meiner Partnerin, Nikki und Airynne waren wunderschön. Wir besuchten verschiedene deutsche Städte wie München und Ulm und besichtigten viele Kathedralen. Ich war auch am Bodensee, konnte im kalten Wasser schwimmen und habe Fahrradfahren gelernt.
Der Aufenthalt in Deutschland war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Ich sah Dinge, die man in Südafrika nicht sieht und es war toll, die Menschen kennenzulernen und zu sehen, wie sie Flaschen recyclen und dafür Geld bekommen.
TM, 10c, Oktober 2025